Was bringen die modernen, wirtschaftlichen Vorgehensweisen mit sich und welche Folgen entstehen für den Arbeitnehmer?

Der Angstpegel der Belegschaft steigt, wenn im Unternehmen plötzlich die Rede von Merger & Aquisition, Unternehmensverkauf oder Fusion ist.

 Wer im globalen Wettbewerb überleben will, muss zu den ganz Großen gehören... sagen die Manager immer noch, obwohl das derzeitige Fusionsfieber erwiesenermaßen zu 60-70% nicht von Erfolg gekrönt ist. Sinkende Aktienkurse, sinkende Marktanteile der fusionierenden Unternehmen - so manche Großfusion gilt schlichtweg als gescheitert.  



Jedes Unternehmen hat eine eigene Strategie, Vorgehensweise und Problematik. Diese innerhalb einer Fusion aufeinander abzustimmen, zu vereinen, ist ein schwieriges Unterfangen. Nicht leichter wird die Lösung des Problems durch die, oftmals noch nicht vorgenommene Besetzung der Führungspositionen oder der Tatsache, dass innerhalb der ersten zwei Jahren nach Ankündigung einer Fusion der Großteil der Führungsebene des Verlierers das Unternehmen verlässt (die Verliererrolle bekleidet meist das übernommene Unternehmen).  

Weiteres Hindernis bei Fusionen ist die fehlende oder mangelnde Kommunikation. Während beim Top Management oft selbst noch viele Fragen unbeantwortet bleiben, wird den Mitarbeitern vorgegaukelt, dass das Management alles im Griff hat und die Mitarbeiter schon rechtzeitig von für sie relevante Änderungen informiert werden. Dabei wird unterschätzt, wie sensibel die Mitarbeiter beim Erkennen von Unsicherheiten oder vorher nicht bestandenen Unklarheiten reagieren. Der Angstpegel steigt, Unsicherheit und Misstrauen vergiften die Atmosphäre. Das Gefühl, vom Arbeitgeber im Stich gelassen worden zu sein, wirkt sich negativ auf  Motivation und Einsatzbereitschaft aus.

Welche Folgen entstehen bei einer Fusion für den Arbeitnehmer?

Spätestens die Phase der Post Merger Integration bringt für die Mitarbeiter Änderungen und Neuerungen mit sich. Der Versuch, das Unternehmen zu stabilisieren und das durch die Fusion angestrebte Potential zu verwirklichen bringt Einsparungen, Umstrukturierungen, Zusammenfassung von Abteilungen oder die Auflösung von Abteilungen oder Teilbereichen des Unternehmens mit sich. Während der Unternehmensanalyse erkannte  Schwachstellen werden radikal beseitigt, Personaleinsparungen vorgenommen.

 

Bleibt der Arbeitsplatz erhalten, hat der Betriebsübergang für den Arbeitnehmer zunächst keine Folgen. Das Gehalt bleibt das Gleiche; in einer Betriebsvereinbarung geregelte Zusatzvereinbarungen kommen auch den Neuen zugute. Steht in ihrem Vertrag, dass sie auch andere Tätigkeiten übernehmen müssen, können sie versetzt werden. Um Kündigungen innerhalb des Top Managements zu vermeiden werden deren Gehälter meist dem höheren Niveau angepasst. 

Fällt ihr Arbeitsplatz weg, wird unter Berücksichtigung der Schutzbedürftigkeitskriterien betriebsbedingt gekündigt.

Wer ohnehin kündigen wollte, hat den Vorteil, dass er durch den Widerspruch des Ãœberganges seines Vertrages ohne lange Kündigungsfristen loskommt und ein evtl. vereinbartes Wettbewerbsverbot erlischt.

Regelungen bezügliche einer Abfindung bei einer Kündigung werden zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat vereinbar.

Auch wenn viele Fusionen bisher gescheitert sind, weiß niemand bei einer bevorstehenden, neu vorgenommenen Fusion, ob dies auch hier der Fall sein wird. Manager und Wirtschaftsexperten können aus den gescheiterten Fusionen auch nur gelernt haben und machen die von anderen begangenen Fehler hoffentlich nicht selbst.

Eines steht jedoch fest: je grö0er das Unternehmen, umso höher die Gehälter der Manager - Verlierer gibt es wenigstens auf dieser Ebene nicht...